Der Steinkohlenbergbau der Gutehoffnungshütte in Oberhausen

Die Zeche Osterfeld

Die Entwicklung bis zum Verbund mit der Zeche Sterkrade 1933

Mit dem Einzug des Bergbaus ändert sich die Struktur der Gemeinde Osterfeld grundlegend. Die Vorboten dieser "neuen Zeit" erreichen den Ort 1853. In diesem Jahr beginnt hier die Suche nach Steinkohle. Über die Bohrarbeiten schreibt Johannes Terlunen, von 1827 bis 1869 Pfarrer an St. Pankratius, in seiner Pfarrchronik:
"Den 16 Septemb 1853 werden hier bei der Pastorath Kohlen gesucht, die Gewerkschaft Jacobi, Haniel und Hüssen (Anm.: Rechtsvorgängerin der Gutehoffnungshütte Oberhausen) liesen ein Gerüst bauen auf J. Küper sein Grun[d]stück am Fußweg zum Kreuze hienauf."
Der Zeitzeuge überliefert uns viele interessante Einzelheiten über diese Arbeiten. Eine Mannschaft besteht aus acht bis zehn Arbeitern, die in einer Achtstundenschicht pro Mann 14 Silbergroschen verdienen. Er erwähnt einen tödlichen Unfall und große Schwierigkeiten mit harten Gesteinsschichten in 225 m Tiefe, die nur einen Bohrfortschritt von täglich 2,5 cm erlauben.
Dann fährt er fort:
"Im Jahr 1855 und 1856 kam eine Wuth im Bohren[,] an 15 Stellen im Osterfeldschen wurden Bohr-Aparathe angesetzt. Bei Eschenbrock am Grafen Garten fand man zuerst Kohlen, Hagedorn zu Essen, war im Finden der Glücklichste, er wurde aus einem unvermögenden Schreiner ein reicher Mann, durch sein Glück. Er bohrte bei Eschenbrock dreimal Kohlen an, Diesseits der Emsch[er] hinter Vondern sechsmal, nun hatte er sein Glück gemacht …
Die Hütte (Anm.: gemeint ist Jacobi, Haniel & Huyssen) hate zwischen Waghalz Brücke bis Schulte Venn drei Bohrlöcher, auf Winkelhecks Hof war eine andere Kompagnie dran etc., überall sah man Bohrhütten, so dass bei 300 Mann hier herum, sich ein ganzes Jahr mit Bohren beschäftigten …
Nur Hagedorn hat das Glück gehabt … Was mir an Hagedorn besonders gefiel, war das; er hatte noch Religion, und ließ des Sonn u. Feiertags nie arbeiten, woran sich alle Anderen Unternehmer gar nicht störten … weil [sie] den Vorsprung haben wollten. Denn wer zuerst findet, der deckt den Andern sein Bohrloch zu; des ungeachtet hat Hagedorn als Katholik Alle ihre Bohrlöcher gedeckt: Das war Gottes Hülfe."

Hagedorn verkauft seine Grubenfelder an die Gewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen; die Nachfolgegesellschaft Gutehoffnungshütte reicht jedoch erst 1873 beim zuständigen Bergamt Gelsenkirchen den Betriebsplan zum Bau der Zeche Osterfeld ein. Die Teufarbeiten beginnen am 16. August 1873 an der Zechenstraße (heute Vestische Straße).

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Bild 01: Die Zeche Osterfeld auf einem Stadtplan von 1928

Im April 1874 zerstört ein Wassereinbruch in 35 m Teufe den Schacht "Osterfeld 1" vollständig.
Drei Monate später setzen die Schachthauer 56 m westlich des verunglückten Grubenbaus einen neuen Schacht mit 6 m Durchmesser an. Dieser zweite Versuch, die lockeren, wasserführenden Deckgebirgsschichten zu überwinden, ist erfolgreich, denn im April 1876 dringt die Teufmannschaft bis zum Steinkohlengebirge in 235 m Tiefe vor.
Während dieser Zeit entstehen auch die Tagesanlagen: das stählerne Fördergerüst, die Gestängewasserhaltung, das Kesselhaus und Anschlüsse an die Emschertalbahn, die Rheinische Bahn sowie die Westfälische Bahn. Ohne größere Zwischenfälle erreicht der Schacht "Osterfeld 1" im September 1878 seine vorläufige Endteufe von 397 m. Die 1. Sohle wird bei 276 m und 100 m tiefer die 2. Sohle ausgesetzt. Weil die Zeche Osterfeld, wie viele andere Anlagen der damaligen Zeit auch, nur einen Schacht besitzt, muß dieser, durch einen "Wetterscheider" geteilt, sowohl die frische Luft in die Grube als auch die verbrauchte Luft aus der Grube leiten. Der Kamin des Kesselhauses erzeugt in den ersten Jahren den für die Wetterführung benötigten Unterdruck.
Am 3. Oktober 1879 ist es dann soweit: In Osterfeld zieht eine 400 PS starke Dampfmaschine die ersten mit Steinkohlen beladenen Förderwagen an das Tageslicht. Die neue Zeche beschäftigt etwa 200 Mann, davon in der Grube 83 Hauer und 85 Schlepper. Sie weist am Ende des Jahres eine Förderung von rund 4.500 t aus.

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 Bild 02: Der Schacht "Osterfeld 1"

Die benötigten Fachleute, wie Aufsichtspersonen, Schacht- und Streckenhauer sowie die ersten Kohlenhauer, kommen aus dem südlichen Ruhrgebiet und dem Aachener Raum, die Hilfsarbeiter, die dann in steigendem Maße für die Kohlengewinnung ausgebildet werden, aus der nächsten Umgebung und dem Münsterland. Bis etwa 1900 vergrößert sich der Einzugsbereich der Neubergleute über Eifel, Westerwald und Hunsrück bis zu den preußischen Ostgebieten.
Für den Untertagebetrieb steht im selben Zeitraum nur die Muskelkraft zur Verfügung. Die Kohlengewinnung erfolgt mit der Hacke. Pferde transportieren die beladenen Wagen zum Schacht. Die Sprengarbeit in den Fettkohlenflözen ist wie überall wegen der Explosionsgefahr verboten.

 

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Bild 03: Dubbelpause auf der Gezähekiste. Zwischen dem Pferdeführer und "seinem" Tier besteht nicht selten ein besonderes Vertrauensverhältnis.


Im März 1880 nehmen die Schachthauer im Schacht 1 die Arbeiten wieder auf und teufen ihn in den nächsten Jahren, so wie es die Kohlengewinnung erfordert, weiter. Im Tagesbetrieb werden 1880 die Aufbereitung und die Mannschaftskaue ihrer Bestimmung übergeben. Allerdings müssen sich die Kumpel nach der Schicht in einem großen Bassin baden. (Es gehört bestimmt nicht zu den angenehmsten Seiten des Arbeitslebens, wenn man sich gleichzeitig mit vielen anderen verschmutzten Kollegen in einem Bassin waschen muß. Vermutlich ist so ein Bad jedoch immer noch besser, als ungewaschen nach Hause zu gehen.)
Die Bergbehörde fordert 1881 für alle Bergwerke, die nur über einen Schacht verfügen, "einen zweiten Ausgang". Um die Auflage zu erfüllen, stellen die Osterfelder Bergleute 1885 eine Verbindungsstrecke zur südöstlich gelegenen Zeche Oberhausen fertig. Ein Jahr später verbessert ein leistungsfähiger, durch eine Dampfmaschine angetriebener Ventilator die klimatischen und wettertechnischen Verhältnisse auf der Zeche grundlegend.

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Bild 04: Ein Grubenlüfter mit Dampfmaschine Bild 05: Arbeiter löschen den glühenden Koks.

1890 beschäftigt die Zeche Osterfeld bereits mehr als 1.000 Mitarbeiter und fördert 300.000 t Kohle, die sich sehr gut zur Verkokung eignet.
Aus diesem Grunde wird der Zeche 1895 eine Kokerei angegliedert, die nicht nur Koks und Gas, sondern auch die Kohlenwertstoffe Benzol, Ammoniak und Teer erzeugt.
Mit der steigenden Förderung verschlechtert sich das Klima in der Grube wieder. Die Verantwortlichen beschließen daher 1898 den Bau eines zweiten Schachtes. Dieser soll östlich von Schacht 1 mit einem Durchmesser von 5,0 m niedergebracht werden. Der neue Grubenbau erreicht problemlos das Niveau der 2. Sohle.

Im Juli 1900 übernimmt der Schacht "Osterfeld 2" mit einem neuen Lüfter die Abwetter, "Osterfeld 1" steht mit seinem gesamten Querschnitt als Frischwetterschacht zur Verfügung.

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 Bild 06: Die Zeche Osterfeld 1902  Bild 07: Eine Wasserhaltung mit dampfgetriebenen Kolbenpumpen

Nach der Jahrhundertwende verbessert sich die Infrastruktur weiter. 1902 hat die Gestängewasserhaltung in Schacht 1 ausgedient, weil auf der 4. Sohle zwei dampfgetriebene Kolbenpumpen in Betrieb gehen. Ein Jahr später verfügt die Zeche, nachdem die Schachthauer den Schacht 2 einschließlich der Einbauten bis zu einer Teufe von 612 m fertiggestellt hatten, über einen weiteren Förderschacht.
Wegen der steil ansteigenden Konjunktur entscheidet der Vorstand der GHH, die Förderkapazität der Zeche Osterfeld so schnell wie möglich auf täglich 4.000 t zu erweitern. Dieses hochgesteckte Ziel läßt sich jedoch nicht allein mit einer Aufstockung der Belegschaft erreichen, sondern es ist auch ein dritter Schacht erforderlich. Die Teufarbeiten für den mit einem Durchmesser von 6,10 m geplanten Schacht "Osterfeld 3" beginnen im April 1903 nur 100 m nördlich von Schacht 1. Schon im November des folgenden Jahres wird er mit der 4. Sohle durchschlägig, und im August 1905 gehen zwei Grubenlüfter in Betrieb, die zusammen 16.000 m³/min verbrauchte Luft aus der Grube absaugen können.
Nach der Umstellung der Wetterführung ziehen die Wetter durch die Schächte "Osterfeld 1" und "Osterfeld 2" ein und durch den neuen Schacht aus. Diese Maßnahmen beseitigen auch die letzten Engpässe in der Belüftung des Untertagebetriebes.

1905 produziert die Zeche mit einer Belegschaft von 4.000 Mann erstmals mehr als 1 Million Tonnen Kohle.

In der Hauptstreckenförderung arbeiten 170 Pferde, die in den folgenden Jahren nach und nach  durch  Lokomotiven mit Benzolmotoren ersetzt werden.
Im Jahre 1909 hält die Elektrotechnik ihren Einzug in den Untertagebetrieb:  Zwei elektrisch angetriebene Kreiselpumpen, von denen eine in Reserve steht, übernehmen die Hauptwasserhaltung; Kolbenpumpen und Dampfmaschinen haben an dieser Stelle ausgedient.
Das für diese Anforderungen noch nicht ausgelegte Zechennetz erfordert anfangs aus heutiger Sicht eine ungeöhnliche Problemlösung: Die Wasserhaltungsmotoren erhalten übertage einen separaten Generator. Dieser "Inselbetrieb" bringt für die Elektriker viele Vorteile, weil sich die Steuerungstechnik auf ein absolutes Minimum reduziert, denn der Pumpenmotor wird mit der Dampfmaschine ein- und ausgeschaltet und wenn die Motordrehzahl verändert werden muß, genügt es, den Dampfschieber zu verstellen. In der Pumpenkammer gibt es als einziges Schaltgerät einen Leistungs-Trennschalter, mit dem der Maschinist im Notfall die Pumpe stillsetzen kann.

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 Bild 08: Eine Wasserhaltung mit Elektro-Kreiselpumpen

Bis 1912 erweitert die GHH auch das Kesselhaus und die Aufbereitung, um die Kapazität dieser Betriebsteile an die größere Fördermenge anzupassen. Außerdem geht ein kleines Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 6 MW in Betrieb, welches den Abdampf der Fördermaschinen ausnutzt. Es wird über das "Ringnetz" mit den anderen GHH-Kraftwerken verbunden. Eine neue Mannschaftskaue mit Brausebädern, die 5.000 Mann Platz bietet, ein Verwaltungsgebäude und ein Pförtnerhaus vervollständigen die Tagesanlagen. Die Investitionen tragen bald Früchte, denn schon 1910 fördert das Bergwerk täglich 4.000 Tonnen und 4.844 Menschen verdienen hier ihr Brot.
Im Sommer 1912 ereignet sich auf der Zeche Osterfeld ein schweres Grubenunglück. Am 3. Juli kommen bei einer Schlagwetterexplosion 16 Bergleute ums Leben. Der Untersuchungsbericht der Bergbehörde führt die Katastrophe nicht auf technische Mängel sondern zweifelsfrei auf menschliches Versagen zurück. Die Opfer werden in je einem Gemeinschaftsgrab auf dem evangelischen und dem katholischen Friedhof beigesetzt. Noch heute erinnern Gedenksteine an das letzte schwere Unglück in der Geschichte der Zeche Osterfeld.

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 Bild 09: Das Verwaltungsgebäude ist als "Steigerhaus" erhalten.

 Das Grubengebäude dehnt sich im Laufe der Zeit immer mehr nach Norden und Nordosten aus. Um die Wetterführung weiter verbessern und die Belegschaft schneller und ausgeruhter an ihre Arbeitsplätze bringen zu können, beginnt die GHH 1913 mit dem Bau eines neuen Frischwetterschachtes im Ortsteil Klosterhardt in unmittelbarer Nähe der St. Antony-Hütte, etwa 2 km nördlich der Osterfelder Schächte.
Der Schacht "Osterfeld 4" erreicht im August des folgenden Jahres die 2. Sohle und 1916 schließlich die 4. Sohle. Ein 43 m hoher verklinkerter Turm nimmt die elektrische Fördermaschine auf. Am 11. Oktober 1924 geht die Anlage als einziehender Wetter- und Seilfahrtschacht vollständig in Betrieb.
Mit vier Tagesschächten gehört die Zeche zu den größten und leistungsfähigsten Anlagen im Ruhrgebiet.

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Bild 10: Die Außenschachtanlage "Osterfeld 4" 

Schon 1913 arbeiten auf dem Bergwerk Osterfeld 4.120 Menschen, und die Förderung erreicht fast die 1,5 Millionen-Tonnen-Marke. Das entspricht einer Tagesförderung von 4.500 t.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs werden viele junge, produktive Belegschaftsmitglieder zu den Fahnen gerufen oder sie melden sich freiwillig zum Kriegsdienst. Die Untertagebelegschaft halbiert sich, obgleich mit dem "Segen" der Bergbehörde auch Bergjungarbeiter unter 16 Jahren in der Grube arbeiten. Die Tagesförderung sinkt auf 2.500 t.
Der Abwärtstrend hält bis Ende 1915 an. Mit der Beschäftigung von Frauen im Tagesbetrieb und von Kriegsgefangenen in der Grube stabilisiert sich die Zahl der Beschäftigten bei 2.800. Im Jahre 1917 fördert die Zeche Osterfeld wieder 800.000 t Kohle. In der Hauptstreckenförderung lösen Druckluft-Lokomotiven die Maschinen mit dem übelriechenden Benzolmotor ab. Seit 1922 gibt es im Grubenbetrieb keine Pferde mehr.
Im Dezember 1918 gelingt es den Gewerkschaften für die Untertagebelegschaft die Achtstundenschicht einschließlich An- und Ausfahrt durchzusetzen. Nach massiven Streiks schreibt der erste Tarifvertrag ein Jahr später für die untertage Beschäftigten sogar eine Schichtzeit von sieben Stunden fest.
Der Widerstand gegen den Kapp-Putsch bringt im März 1920 neben einer neuen Streikwelle auch Gefechte zwischen den in der "Ruhr-Armee" formierten Arbeitern und den Freikorps. Der Putsch bricht nach kurzer Zeit zusammen. Die von der Ruhr-Armee ausgerufene "Diktatur des Proletariats" wird von Verbänden der Reichswehr blutig niedergeschlagen.
Aus den kurz skizzierten Gründen sinkt die Förderung der Zeche Osterfeld auf 725.000 t je Jahr, während die Beleg-schaft auf 3.500 Mann steigt.
Anschließend stellen sich für kurze Zeit wieder einigermaßen geordnete Betriebsverhältnisse ein. Die Produktion steigt 1921, allerdings mit 4.300 Mitarbeitern, auf 780.000 t.
Bevor es jedoch zu einer dauerhaften Aufwärtsentwicklung kommt, gibt es neue Probleme: Französische und belgische Truppen besetzen am 11. Januar 1923 das Ruhrgebiet, weil Deutschland mit den im Friedensvertrag vereinbarten Kohlen- und Holzlieferungen geringfügig im Rückstand ist.
In Osterfeld und Sterkrade rücken belgische Truppen ein.

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Bild 11: Belgier rücken in Osterfeld und Sterkrade ein.

Die Regierung ruft zum "Passiven Widerstand" auf. Die Gewerkschaften ermahnen ihre Mitglieder jedoch zur Besonnenheit, um die Lage nicht durch Provokationen der Besatzungsbehörden unnötig zu verschärfen. Nur wenn die Soldaten eine Zeche besetzen oder den Versand der Produktion blockieren, ruht die Förderung.
Die Zeche Osterfeld stellt die Förderung im Juni 1923 ein, weil belgische Soldaten die Hüttenbahnverbindung zwischen Osterfeld und Sterkrade unterbrochen haben, um den in ihren Augen illegalen Güterverkehr zu verhindern. Die Belegschaft holt die im Krieg vernachlässigten Arbeiten nach. Die öffentliche Hand ersetzt dem Unternehmen einen Teil der anfallenden Lohnkosten, bis durch die Inflation hervorgerufene finanzielle Schwierigkeiten im Oktober 1923 die Einstellung der Lohnbeihilfen erzwingen.
Die Inflation macht selbstverständlich nicht nur dem Staat, sondern auch den Firmen zu schaffen. Ohne Produktion und ohne Einnahmen sieht sich die GHH nicht mehr in der Lage, die Belegschaftsmitglieder zu beschäftigen. Deshalb entläßt sie Ende Oktober 1923 12.500 Mann. Nur 3.500 Arbeiter und Angestellte verrichten bei einer auf 24 Wochenstunden verkürzten Arbeitszeit Notstandsarbeiten.
Die Besatzungsmächte erlauben den Firmen nur dann die Wiederaufnahme der Produktion, wenn sie – jede für sich – mit der MICUM, einer alliierten Kontrollbehörde für die Hütten- und Bergwerksbetriebe, Verträge abschließen. Die GHH unterzeichnet am 29. November 1923 ein solches Abkommen.
Die Zeche Osterfeld stellt die entlassenen Bergleute wieder ein und kann am 10. Dezember die Förderung aufnehmen.
Bis 1929 stabilisieren sich die Belegschaft bei 3.300 Mitarbeitern und die Produktion bei 1 Mill. Tonnen.
In den Jahren 1930 und 1931 verschlechtert sich der Kohlenabsatz von Monat zu Monat. Die GHH versucht zunächst noch, die Förderung mit Feierschichten einigermaßen dem Absatz anzupassen. Es zeichnet sich aber immer deutlicher ab, daß sich das Problem auf Dauer nur mit erheblichen Betriebseinschränkungen lösen läßt. Das Unternehmen legt aus diesem Grunde 1931 die Zechen Hugo in Sterkrade und Oberhausen sowie die Kokereien Sterkrade und Jacobi still. Fast 2.500 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
Als das noch nicht ausreicht, beschließen die Verantwortlichen, am 1. Februar 1932 aus den Zechen Vondern und Jacobi ein Verbundbergwerk zu bilden und auf Vondern die Förderung einzustellen.
Am 1. Februar 1933 muß schließlich auch die Zeche Sterkrade ihre Tore schließen. Die Baufelder der Sterkrader Schachtanlagen kommen zur Zeche Osterfeld. Ihr stehen nun die Schächte "Osterfeld 1", "Osterfeld 2" und "Osterfeld 3" als Förderschächte sowie die Schächte "Osterfeld 4", "Sterkrade 1", "Sterkrade 2" und "Hugo" für die Wetterführung, die Seilfahrt und den Materialtransport zur Verfügung.

(c) Fritz Pamp

   

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